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Interdisziplinäres
Zentrum
für VerkehrsWissenschaften
an der Universität Würzburg
| Prof.
Dr. Hans-Peter Krüger |
Center
for Traffic Sciences
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Protokoll
des Treffens
des AK "Verkehrspsychopharmakologie" der AGNP
vom 17. November 1999 in Würzburg
Anwesende:
- Prof. Dr. G. Berghaus
- Rechtsmedizinisches Institut der Universität zu Köln
- PD Dr. M. Brecht
Boehringer-Ingelheim, Abt. Medizinische Wissenschaft
- Dr. A. Gartenmeyer
Psychiatrische Universitätsklinik München
- J. de Gier, Ph.D.
Department of Pharmcoepidemiology & Pharmacotherapy, University
of Utrecht
- Dipl.-Psych. V.
Hargutt, IZVW
- Dr. K.W. Herberg,
TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg
- Prof. Dr. R. Kohnen,
IMEREM GmbH Nürnberg
- Prof. Dr. H.-P.
Krüger, IZVW
- Dr. I. Kurzthaler,
Psychiatrische Universitätsklinik Innsbruck
- Dr. G. Laux
Bezirkskrankenhaus Wasserburg
- Dr. C. Miller,
Krankenhaus der Stadt Kufstein
- Dipl.-Psych. R.
Löbmann, IZVW
- Dipl.-Psych. H.
Tietze, IZVW
- Dr. G. Werner,
Bionorica Neumarkt
- Dipl.-Psych. T.
Widera, IZVW
- Prof. Dr. W. Wolf,
Universität der Bundeswehr München
- Vorstellung und
Begrüßung durch Prof. Krüger und Dr. Kohnen
Bereitstellung einer
CD-ROM mit aktueller Literatur zu Medikamenten im Straßenverkehr für
jeden Teilnehmer
- Vorstellung des
IZVW durch Prof. Krüger
Das Interdisziplinäre
Zentrum für Verkehrswissenschaften an der Universität Würzburg (Center
for Traffic Sciences) ist ein Zusammenschluss von Forschern aus unterschiedlichen
Bereichen unter dem Thema des Verkehrs. Schwerpunkte bisheriger Arbeit
liegen in der Untersuchung der Auswirkung von psychotropen Substanzen
auf die Verkehrssicherheit und auf der Gestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstellen
im Fahrzeug und in der Modellierung des Fahrers. In einer Übersicht
wurden die laufenden Projekte des Zentrums vorgestellt, insbesondere
die methodische Ausstattung des Instituts demonstriert. Vorgeführt wurden
ebenfalls die verschiedenen Formen der Simulation des Fahrens am Zentrum.
- Beitrag von
J. de Gier, Ph.D.: Medikamente im Straßenverkehr
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Epidemiologie |
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Unfallrisiken |
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Packungsbeilagen
von Medikamenten |
- Europaweit nehmen
etwa 10% der Bevölkerung täglich Medikamente ein. Medikamente treten
im Straßenverkehr mindestens ebenso häufig auf wie illegale Drogen
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Review experimenteller
Studien |
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Leistungsbeeinträchtigungen
durch Medikamente treten vor allem in den ersten beiden Wochen
der Einnahme auf |
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Innerhalb
einer Substanzklasse können Stärke der Leistungsbeeinträchtigungen
und Wirkungszeiträume erheblich voneinander abweichen |
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Aufzeigen
des Nutzens von Metaanalysen experimenteller Studien zur Beurteilung
der Auswirkung von Medikamenten auf die Verkehrssicherheit |
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Prinzipiell
ist es häufig möglich, vergleichbare therapeutische Wirkungen
mit Medikamenten zu erzielen, die sich in ihrer Wirkung auf die
Fahrsicherheit unterscheiden |
- Diskussion
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Ansatzpunkte
für die Prävention |
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Ansatzpunkt
Praxis/aufklärendes Gespräch durch den Arzt |
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Dialog
mit der Pharmaindustrie: Bessere Spezifizierung der Medikamentenwirkung
auf den Beipackzetteln |
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Entwicklung
eines Methodeninventars mit standardisierter Testbatterie und
Untersuchungsmethoden |
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Von
den Teilnehmer wurden dabei folgende Punkte zu bedenken gegeben: |
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Ansatzpunkt
Praxis |
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In
die ärztliche Entscheidung über die Verschreibung eines Medikamentes
sollte nicht nur sein Preis, sondern im Sinne einer Kosten-Nutzen-Analyse
auch die potentielle Unfallgefährdung eingehen |
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Die
Diskrepanz zwischen dem Individualfall mit einer speziellen Krankheitsgeschichte
und den generellen Gefährdungen, wie sie aus wissenschaftlichen
Untersuchungen bekannt sind, steht im Raum |
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Ansatzpunkt
Packungsbeilage/Warnhinweise |
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Das
Gefährdungspotential von Medikamenten ist nicht nur für den Straßenverkehr
und die berufliche Tätigkeit, sondern auch für die Alltagssicherheit
zu bedenken |
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Ansatzpunkt
Methodeninventar |
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Derzeit
besteht eine große Methodenvielfalt in der Wissenschaft, wodurch
die Vergleichbarkeit von Ergebnissen eingeschränkt ist. Zwar gibt
es, z.B. bei den Technischen Überwachungsvereinen normierte Testbatterien,
diese haben aber bis jetzt kaum weitere Verbreitung gefunden |
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Auch
besteht von offizieller Stelle derzeit kein Bedürfnis, allgemeine
Richtlinien für Medikamente im Straßenverkehr zu finden |
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Von
der Seite der Pharmaindustrie wird ein standardisiertes Methodeninventar
ebenfalls nicht begrüßt |
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Auch
fruchten nationale Anstrengungen hinsichtlich der Entwicklung
eines verbindlichen Methodeninventars nichts, wenn nicht auch
die europäische Ebene einbezogen wird. Hier ist ein Konsens aber
noch schwerer zu erreichen |
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Einschränkungen
der Fahrtüchtigkeit sind nicht nur von zentralnervös wirksamen,
sondern von 80-90% aller Medikamente zu erwarten |
Konsequenzen aus der
Besprechung für die AGNP
Aus Sicht der AGNP
als der deutschen psychopharmakologischen Gesellschaft ergibt sich aus
dem Workshop die Erkenntnis einer Gefährdung der Verkehrssicherheit und
der Sicherheit am Arbeitsplatz durch Psychopharmaka bei einem erheblichen
Anteil der Behandelten. Gegenwärtig ist die Hauptaufgabe die der Aufklärung
über solche Risiken ganz allgemein, für besondere Medikamente bzw. Einnahmezeitpunkte
(Behandlungsbeginn) im Besonderen. Dazu wird die Arbeitsgruppe eine Stellungnahme
erarbeiten und nach Rückmeldung durch den Vorstand z.B. im Deutschen Ärzteblatt
veröffentlichen. Ein weiterer Schritt sollte darin bestehen, Kontakte
mit europäischen Initativen aufzunehmen bzw. zu pflegen und sich an Regulierungsmassnahmen
(z.B. Beipackzettel) aktiv zu beteiligen. Eigene Initiativen zur Entwicklung
von Methodenstandards sind zwar in einer interdisziplinären Gesellschaft
wie der AGNP durchaus denkbar; sie können aber nur geleistet werden, wenn
Mitglieder sich aktiv dieses Themas annehmen. Da vergleichbare Fragestellungen
aber auch von anderen Gesellschaften verfolgt werden, ist eine konzertierte
Aktion unter Mitwirkung der AGNP vermutlich der am besten passende Ansatz.
Thema der nächsten
Sitzung der Arbeitsgruppe wird es sein, eine Stellungnahme zur Gefährdung
von Verkehrssicherheit und Sicherheit am Arbeitsplatz durch zentral wirksame
Arzneimittel zu erstellen.
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