|
1H-MRS
as a marker of disease progression in mild cognitive impairment
N.
Ackl, D.P. Auer, M. Ising, A. Sonntag
Max-Planck-Institute
for Psychiatry, Munich, Germany
Introduction:
Patients with MCI develop yearly dementia at a rate10-15%. It is a diagnostic
and therapeutic challenge to identify predictors of progression early.
Study
design: 20 patients with MCI will be followed up longitudinally
over 2 years and compared with 20 Alzheimer patients and 20 healthy controls.
All will have a CERAD-test and MR-spectroscopy at M0, M12
and M24. Metabolic compounds are being estimated for the absolute
and relative measures in the parietal lobe gray and white matter for N-acetylaspartate,
myoinositol, choline, creatinine, GABA and glutamate.
1H-MRS
preliminary results: Up till now 12 patients with MCI, 7 patients
with Alzheimer Dementia and 18 healthy controls were included.
In
the relative measure of MI/NAA in the parietal cortex
there is a significant increase in AD vs MCI or CON. MI/CR was less increased
in AD compared to MCI. No significant correlation between mental status
measured by MMSE and the absolute or relative measures was found.
Conclusion:
No differences at this early stage of the study
could be detected between MCI and CON. MI/NAA increase in MCI<AD, suggests
a progressing alteration of the neuronal function and density for NAA
as well as glial cell proliferation for MI. In addition the MI/CR increase
in AD may be explained by a CR decrease, the phosphate supplier to convert
ADP to ATP in active cells.
Vergleich
eines systematischen Stufenplanalgorithmus mit der Standardbehandlung
bei stationären Patienten mit depressiven Erkrankungen – Präliminäre Ergebnisse
einer randomisierten kontrollierten Studie-
M.
Adli, U. Kießlinger, M. Linden, P. Neu, M. Smolka, M. Bauer
Psychiatrische
Klinik und Poliklinik der FU Berlin
Hintergrund:
Die Einführung systematischer Therapiealgorithmen in der antidepressiven
Behandlung gilt als wesentliches Instrument in der Vermeidung und Überwindung
von Therapieresistenz (1). Die vorliegende Studie vergleicht den therapeutischen
Erfolg eines Stufenplanalgorithmus (SPA) („Berliner Stufenplan")
mit der nicht-algorithmusgestützten Standardbehandlung (STA) nach freiem
klinischen Ermessen bei stationär behandelten Patienten mit depressiven
Erkrankungen. Der Stufenplan sieht bis zu 10 Therapiestufen vor, die bei
Non-Response sukzessive durchlaufen werden, wobei Strategien wie hochdosierte
Antidepressiva-Therapie, Lithiumaugmentation, MAO-Hemmer-Behandlung und
EKT zur Anwendung gelangen (2). Methodik: 148 stationär behandelte
Patienten mit depressiven Erkrankungen (ICD-10) wurden bei Klinikaufnahme
randomisiert den Gruppen SPA (n=74) oder STA (n=74) zugeteilt. Von einer
14-tägigen standardisierten Befunderhebung anhand der Bech-Rafaelsen-Melancholie-Skala
(BRMS) wurde bei SPA-Patienten das weitere Vorgehen abhängig gemacht.
Der Therapieerfolg wurde als Remission (BRMS<7; Retest nach
7 Tagen/Studienende), Partialremission (ΔBRMS>6; Wiederholung
der Therapiestufe) oder Non-Response (ΔBRMS<6; Eintritt
in nächste Therapiestufe) beurteilt. Outcomevariablen in der vorliegenden
Präliminäranalyse waren die Zeit bis zur Remission, die stationäre Verweildauer,
die medikamentöse Behandlungsdauer, Dropout-Raten und Dropout-Gründe.
Ergebnis: 41 SPA-Patienten (55%) und 62 STA-Patienten (77%) beendeten
das Studienprotokoll regelrecht. 40 SPA-Patienten (97%) und 29 STA-Patienten
(46%) erreichten hierbei das Remissionskriterium. SPA-Patienten zeigten
einen signifikant niedrigeren BRMS-Wert bei Entlassung (SPA: 5,4/STA:
9,5; p<0,001) sowie eine signifikant kürzere mittlere medikamentöse
Behandlungsdauer (SPA: 42,8 Tage/STA: 60,3 Tage; p=0,029). Die höhere
Dropout-Rate der Stufenplangruppe (STA: 44%; STA: 16%) ist in erster Linie
auf „ärztliche Incompliance" mit den Algorithmusregeln (33%) sowie
auf arzneimittelbedingte Nebenwirkungen (24%) zurückzuführen. Krankheitsschwere,
BRMS-Score bei Studienbeginn sowie soziodemographische Variablen zeigten
keine Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Schlussfolgerung:
Ein systematischer Therapiealgorithmus wie der „Berliner Stufenplan"
lässt bei depressiven Erkrankungen eine kürzere medikamentöse Behandlungsdauer
bis zur Remission sowie ein besseres klinisches Therapieergebnis erwarten.
1.
Gilbert, D.A. et al. J Clin Psychiatry 59 (1998) 345-351 2. Berghöfer,
A. et al. In: Bauer, M. & Berghöfer, A. eds. Therapieresistente Depressionen.
Berlin Heidelberg New York: Springer; 1997. p. 235-243
CRH
verstärkt die zell-schädigenden Effekte von Dexamethason in hippokampalen
Zellen
I.A.
Antonijevic, T.M. Michaelidis, A. Post, D. Fischer, O.F.X. Almeida
Max Planck
Institut für Psychiatrie, München
Eine
vermehrte Freisetzung von CRH, mit der nachfolgenden Erhöhung von ACTH
und Kortisol, trägt maßgeblich zur Pathophysiologie depressiver Erkrankungen
bei. Zusätzlich scheint eine Störung der Glukokortikoid-Rezeptor (GR)
Funktion und die daraus resultierende verminderte negative Rückkoppelung
im Hippokampus für die neuroendokrinen Veränderungen eine wichtige Rolle
zu spielen (1). Die Hypothese, dass hohe Kortisolspiegel eine GR-vermittelte
Funktionsstörung bewirken, wird gestützt durch tierexperimentelle Arbeiten,
die nach Gabe von Dexamethason (DEX), einem GR Agonisten, eine Erhöhung
der Zahl apoptotischer Zellen und der Expression des pro-apoptotischen
Proteins Bax im Hippokampus fanden (2).
In
Anlehnung an diese Erkenntnisse haben wir in vitro ein System
in HT22 Zellen (einer gut charakterisierten hippokampalen Maus Zell-Linie)
etabliert, das uns erlaubt die molekularen Mechanismen von DEX sowie deren
Modulation durch CRH zu untersuchen.
Eine
Vorbehandlung mit CRH (1 µM für 12-48h) gefolgt von DEX (1 µM) führte
zu einer signifikant größeren Abnahme der Anzahl überlebender Zellen im
Vergleich zu CRH oder DEX alleine. Weiterhin zeigte sich, dass DEX in
einer Dosis die keinen Effekt auf die Überlebensrate der Zellen hatte
(1 nM), nach Vorbehandlung mit CRH zu einer Verminderung derselben führte.
Die Effekte von CRH und DEX waren antagonisierbar durch a -helicales CRH9-41
bzw. den GR Antagonist RU486. Interessanter Weise ergab die Bestimmung
der Proteinkonzentrationen für GR und Bax eine stark signifikante Erhöhung
48h nach Gabe von CRH.
Zusammenfassend
zeigen unsere Daten, dass CRH in hippokampalen Zellen die DEX-induzierte
Reduktion der Überlebensrate, möglicherweise durch Erhöhung der GR Konzentration,
potenzieren kann.
1.
Holsboer, F. In: Kupfer, D.J. & Bloom, F.E. eds. The 4th
Generation of Progress. 1995. p. 957-970; 2. Almeida, O.F.X. et al. FASEB
J 14 (2000) 779-790.
Depressionstypische
schlafendokrine Veränderungen sind deutlich ausgeprägter nach der Menopause
I.A.
Antonijevic, H. Murck, R-M. Frieboes, A. Steiger
Max
Planck Institut für Psychiatrie, München
Eine
depressive Episode ist gekennzeichnet durch schlafendokrine Veränderungen,
für die eine Überaktivität der HPA Achse eine maßgebliche Rolle spielt.
Da sowohl das Alter als auch Östrogene die HPA Achse modulieren, haben
wir den Einfluß der Menopause auf schlafendokrine Veränderungen in der
Depression untersucht. Das Schlaf-EEG wurde bei 16 Frauen mit Depression
(7 PRÄ-, 9 POSTmenopausale Patientinnen) und 19 alters-parallelisierten
Kontrollen (10 PRÄ-, 9 POSTmenopausale) abgeleitet und die nächtliche
Sekretion von Kortisol, ACTH, Östradiol, LH und FSH bestimmt.
Bei
den Patientinnen fanden wir nach der Menopause eine deutliche Zunahme
der Schlafstörungen. Weiterhin zeigte sich eine Abnahme der nächtlichen
ACTH und Kortisol Sekretion nach der Menopause bei den Kontrollen, während
bei den Patientinnen ein Anstieg von ACTH und Kortisol zu verzeichnen
war.
|
Schlafparameter/
|
-
Kontrollen -
|
-
Patientinnen -
|
Dia-
|
PRÄ
/
|
Inter
-
|
|
Hormone
|
PRÄ
|
POST
|
PRÄ
|
POST
|
gnose
|
POST
|
aktion
|
|
Aufwachphasen
|
15
|
+
|
3
|
17
|
+
|
3
|
8
|
+
|
3
|
31
|
+
|
5
|
n.s.
|
n.s.
|
F=5
|
|
Wachzeit
(min)
|
23
|
+
|
6
|
41
|
+
|
9
|
12
|
+
|
4
|
87
|
+
|
26
|
n.s.
|
n.s.
|
F=6
|
|
REM
Dichte
|
4.0
|
+
|
.2
|
4
|
+
|
.4
|
4
|
+
|
1
|
5.1
|
+
|
.8
|
n.s.
|
n.s.
|
F=4
|
|
Tiefschlaf
(min)
|
41
|
+
|
6
|
24
|
+
|
7
|
65
|
+
|
10
|
12
|
+
|
10
|
n.s.
|
F=12
|
F=8
|
|
ACTH
(pg/ml)
|
22
|
+
|
3
|
17
|
+
|
4
|
27
|
+
|
5
|
31
|
+
|
6
|
F=6
|
n.s.
|
n.s.
|
|
Cortisol
(ng/ml)
|
100
|
+
|
9
|
74
|
+
|
4
|
90
|
+
|
12
|
100
|
+
|
10
|
n.s.
|
n.s.
|
F=4
|
Der
postmenopausale LH und FSH Anstieg war bei den Patientinnen reduziert
(F=3.8 und 3.9). Zusammenfassend zeigen unsere Daten einen differentiellen
Einfluß von Alter und gonadalen Steroid-Konzentrationen auf schlafendokrinen
Störungen bei depressiven Frauen.
Indomethacin
diminishes impairment of dopaminergic neurons following
1-methyl-4-phenyo-1,2,3,6-tetrahydropirydine
(MPTP) intoxication in mice.
Marek
Babiuch*, Iwona Kurkowska - Jastrzębska*, Ilona Joniec**, Sławomir
Pilip**, Andrzej Członkowski** , Anna Członkowska*,**
*Institute
of Psychiatry and Neurology, Warsaw
**Department
of Pharmacology, Medical Academy, Warsaw, Poland
Background:
There is a number of evidence that inflammatory reaction develops
in impaired brain structures of patients with neurodegenerative processes,
such as Parkinson`s and Alzheimer`s diseases.
In
our previous experiments we observed the inflammatory reaction in the
form of glial activation and lymphocytic infiltration in mouse with nigrostriatal
system impairment resulted from MPTP toxin (1-metylo-4-phenylo-1,2,3,6-tetrahydropirydine)
treatment.
So
we could expect that such reaction would be diminished with indomethacin
known from its antiinflammatory properties.
Methods
and Results: By means of immunohistochemical methods we investigated
glial cells reaction and dopaminergic neurons degeneration reflecting
the impairment of substantia nigra and striatum. On the 2nd day after
MPTP treatment a lesser impairment of dopaminergic cells was observed
in mice injected with indomethacin. Such difference was not observed at
7 day after MPTP treatment. We also noticed on the 2nd day after MPTP
treatment decrease of the extent of inflammatory reaction expressed in
lymphocytic infiltration and glial cells APP protein expression. No difference
was observed in the extent of glial activation and MHC (class I and II)
and adhession molecules: ICAM-1 and LFA-1alpha expression.
Using
the method of HPLC we also assessed the level of dopamin in striatum.
In the second day the level of dopamine was higher in mouse treated with
MPTP and indomethacin than in mouse injected with MPTP only.
Conclusions:
Indomethacin temporarily diminishes impairment of dopaminergic neurons
(2nd day after MPTP) and produces anti-inflammatory effect. This can lead
to a conclusion that the inflammation partially contributes the extent
of impairment of dopaminergic system following MPTP intoxication. Further
investigation is needed to explain why the indomethacin protective effect
is only transitory.
Veränderungen
der Schmerzwahrnehmung und des autonomen Nervensystems in der Depression
K.
- J. Bär, W. Greiner, R. van Schayck und H. Sauer
Klinik
für Psychiatrie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Hintergrund:
Depressionen sind häufig von unterschiedlichsten Schmerzen begleitet.
In den letzten Jahre konnte gezeigt werden, daß in der Depression auch
die Wahrnehmung für Schmerzen verändert ist, wobei die Ursache bisher
nicht geklärt werden konnte (1-5). Ziel: In der vorliegenden Studie
wurde der Einfluß des deszendierenden-schmerzinhibitorischen Systems und
des autonomen Nervensystems auf die sensorische und noxische Perzeption
bei 15 rechtshändigen Patienten (Major Depression, DSM-IV) im Vergleich
zu altersentsprechenden Kontrollen untersucht, um Mechanismen der Schmerzwahrnehmung
und Schmerzverarbeitung in bezug auf die vegetative Regulation zu überprüfen
und im Verlauf krankheitsbedingte von pharmokologisch bedingten Effekten
zu differenzieren. Methoden: Es erfolgte die Messung der Hitze-Schmerz-Schwelle,
der Hitze-Schmerz-Toleranzschwelle, der Herzfrequenzvariabilität, des
Kieferöffnungsreflexes (8) und des Pupillenlichtreflexes (7) zu Beginn
(unmediziert), nach der Einstellung auf ein SSRI und nach Abschluß der
Behandlung. Zu den genannten Zeitpunkten wurde das Beck Depression Inventory
und die Hamilton Rating Scale erhoben.
Ergebnisse:
Im Vergleich zu den Kontrollen wurde eine signifikante Erhöhung der Hitze-Schmerzschwelle
zu den Zeitpunkten 1 und 2 gemessen, die nach Abklingen der Depression
nicht mehr festzustellen war. Die Applikation eines SSRI führte zu keiner
signifikanten Änderung der Schmerzschwelle. Die typische Seitendifferenz
zwischen der linken und rechten Körperseite war während der Depression
nicht nachweisbar. Weiterhin wurde eine signifikante Verringerung der
Herzfrequenzvariabilität zu den Zeitpunkten 1 und 2 gemessen. Die Dauer
der exterozeptiven Suppression (ES 2) des Kieferöffnungsreflexes war im
Vergleich zu den Gesunden verkürzt. Der Pupillenlichtreflex unterschied
sich nicht signifikant von der Kontrollgruppe.
Schlußfolgerung:
Die Veränderung der Schmerzschwelle während der Depression ist vom Krankheitsstadium
abhängig und wird sowohl von einer veränderten zentralen Schmerzverarbeitung
als auch von einer autonomen Dysfunktion begleitet.
1.
Adler, G et al. Biol Psychiatry (1993) 34(10):687-9; 2. Knorring, L et
al. Biol Psychol (1978) 6(1):27-38; 3. Korff, M et al. Br J Psychiatry(1996)
30:101-8
4.
Lautenbacher, S et al. (1994) J Psychiatr Res 28(2):109-22; 5. Low, P
et al. (1997) Clinical autonomic disorders, 2nd ed. pp. 259-268; 6. Mason,
P et al. Brain Res (1985) 357(2):137-46; 7. Meana, M et al. Can J Psychiatry
(1998) 43(9):893-9;
8.
Stein, D et al. Psychosomatics (1996) 37(1):63-70;
Modulation
noradrenerger und serotonerger Neurone bei affektiven Störungen
B.
Baumann1, S. Diekmann1, H. Bielau1,
N. Gerecke1, M. Agelink2, D. Krell1,
K. Trübner3, H.G. Bernstein1, P. Danos1,
B.Bogerts1
1Klinik
für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Universität
Magdeburg
2Klinik
für Psychiatrie und Psychotherapie, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen,
Universität Bochum
3Institut
für Rechtsmedizin, Universität Halle
Das
noradrenerge und das serotonerge System sind Wirkorte nahezu aller bisherigen
Antidepressiva. Der genauere Wirkmechanismus war bisher überwiegend das
Thema tierexperimenteller Studien. Diesbezügliche hirnbiologische Untersuchungen
an depressiven Patienten fehlen weitgehend. An Postmortem-Hirnen von Patienten
mit der Lebenszeitdiagnose einer primären depressiven Störung untersuchten
wir immunhistologisch die Schlüsselenzyme der Noradrenalin- und der Serotoninsynthese
im Locus coeruleus bzw. in der dorsalen Raphe. Die Amitriptylin-Dosisäquivalente
der in der letzten Woche vor dem Tod verabreichten Antidepressiva korrelierten
positiv mit der Anzahl noradrenerger Neurone im LC und serotonerger Neurone
in ventralen Anteilen der dorsalen Raphe. Diese Daten deuten auf eine
stimulierende Wirkung von Antidepressiva auf die Noradrenalin- und Serotoninsynthese
bei depressiven Patienten.
Reduzierte
Neuronenzahl des dorsalen Raphekerns bei affektiven Psychosen
H.
Bielau1, P. Danos1, D.Krell1, S.
Diekmann1, K.Trübner2, H.G. Bernstein1,
B. Baumann1, B. Bogerts1
1Klinik
für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Universität
Magdeburg, Deutschland
2Institut
für Rechtsmedizin, Universität Halle, Deutschland
Das
serotonerge System spielt eine Schlüsselrolle in der Pathogenese affektiver
Störungen (1). Die Neurone des dorsalen Raphekerns stellen eine Hauptquelle
der serotonergen zerebralen Innervation dar. Untersuchungen zur Zytoarchitektur
dieses Kerns bei affektiven Störungen fehlen bisher weitgehend. An Postmortem-Hirnen
von 12 Patienten mit affektiver Psychose (6=unipolare Depression, 6=bipolare
Störung) und 12 neuropsychiatrisch gesunden Kontrollen erfolgte die zytoarchitektonische
Untersuchung der fünf Unterkerne (interfaszikulär, ventral, ventrolateral,
dorsal, kaudal) des dorsalen Raphekerns im Nissl-Bild (2). Die Anzahl
der Neurone im ventralen Bereich (interfaszikulär + ventral + ventrolateral)
des dorsalen Raphekerns, der vorzugsweise zum präfrontalen Kortex und
zu den Basalganglien projiziert, war bei Patienten im Vergleich zu Kontrollen
reduziert. Dabei ergab sich kein Unterschied zwischen Patienten mit unipolarer
und mit bipolarer Störung. Das gefundene umschriebene neuronale Defizit
lässt auf eine verminderte serotonerge Innervation für affektiven Psychosen
relevanter Hirnareale schließen und bestätigt die indolaminerge Hypothese
der Depression.
1.
Maes, M., Melzer, H.Y. In: Bloom, F.E., Kupfer, D.J. eds. Psychopharmacology:
The Fourth Generation of Progress. New York: Raven Press; 1995. p. 933-944;
2.
Baker, K.G. et al. The Journal of Comperative Neurology (1990) 301: 147-161
Bedeutung
klinisch-chemischer Parameter hinsichtlich der Rückfallproblematik innerhalb
der 15-Monats-Katamnese der NeVeR-Studie*
S.
Bischof, St. Weirich, Th. Broese, B. Dreves, Th. Lay, W. Lüdemann,
M. Schicke, G. Schmid, D. Schläfke, K. Titz
Universität
Rostock, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Einführung:
In unserer Klinik durchläuft im Rahmen der *Multicenter-Studie zur Überprüfung
der Effizienz verschiedener Therapieverfahren zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit
(„NeVeR-Studie") derzeit die letzte Teilnehmergruppe die eigentliche
Therapiephase. In einer Zwischenauswertung werden die bislang „erfolgreich
Behandelten" (alkoholabstinent bzw. lediglich kurzer, kompensierter
Trinkrückfall) den erneut mehrfach rückfälligen Probanden bzw. Therapieabbrechern
gegenübergestellt. Es interessierte zunächst der Verlauf klinisch-chemischer
Parameter, insbesondere hinsichtlich der Alkoholtrinkrückfälle.
Methode:
Basisdaten aller Probanden wurden erfaßt und mit SPSS for Windows 6.0
statistisch ausgewertet (u.a. Alter, Geschlecht, Sozialstatus, Alkoholanamnese
mit Trinkrückfällen, Entgiftungen, Komorbidität). Insbesondere wurden
klinisch-chemische Parameter (u.a. Transaminasen, CDT, MCV, EKG, EEG)
engmaschig erhoben.
Ergebnisse
u. Diskussion: Bisher haben von ca. 100 Probanden unserer Studie
18 Teilnehmer den 15monatigen Katamnesezeitraum erfolgreich durchlaufen.
Diese 18 Probanden leben bislang alkoholabstinent bzw. hatten einen kurzen,
kompensierten Trinkrückfall. Die unterschiedliche Wertigkeit klinisch-chemischer
Parameter hinsichtlich der raschen Aufdeckung und somit der konstruktiven
Bearbeitung von Trinkrückfällen wird diskutiert. Tendentiell erweist sich
das CDT sensitiver als die Leberenzyme und diese wiederum sensitiver als
das MCV. Erwartungsgemäß waren die Abstinenzler besser sozial integriert
als die Therapieabbrecher.
Transcriptional
factor AP1 and ERK/JNK activities of MAP-KINASE in neuronal death in vivo
and in vitro
A.
Bronisz-Kowalczyk, B. Zabłocka, K. Domańska-Janik
Laboratory
of Molecular Neuropathology, Medical Research Centre, Polish Academy of
Sciences,Warsaw, Poland
Transcriptional
factor AP1 and two key enzymes of the MAPK cascade: ERK and JNK were evaluated
after transient cerebral ischemia in vivo and in staurosporine
(10 nM STS)-induced N2a cells apoptosis in vitro. The neuronal
death in vivo, visualized by TUNEL, appeared selectively
in CA1 pyramidal neurons of hippocampus. Concomitantly, enhanced immunoreactivity
to anti-cJun/AP1 antibody was observed in the cells designed to die. The
AP1-specific protein/oligonucleotide binding, estimated by electrophoretic
mobility gel shift assay (EMSA), showed biphasic enhancement: an early
in ischemia-resistant hippocampal regions (abdominal hippocampus) and
a late one in the vulnerable, apoptogenic CA1 layer. At the region and
time of apoptosis, an observed increase of phospho-cJun and a decrease
of cFos in AP1 complex closely paralleled activation/phosphorylation of
JNK and inhibition of ERK pathways.
Similar
changes in both studied parameters, the AP1 binding and the ERK/JNK activity,
followed treatment of N2a cell cultures with apoptogenic concentration
of STS. Using PD 98059, a selective MEKK inhibitor, we have shown that
inhibition of ERK pathway alone is not sufficient trigger to induce or
modify apoptotic reaction after STS treatment in N2a culture.
These
results indicate that increased oligonucleotide binding of AP1-specific
protein together with concomitant enhancement of JNK and inhibition of
ERK pathways are characteristic for delayed neuronal death in vivo
and in vitro.
This
work was supported by State Committee for Scientific Research of Poland
with contract grant # 6 PO4A 010 14.
Erfolgreiche
Lithiumaugmentation: Wie lange muss Lithium fortgeführt werden? Ergebnisse
einer placebokontrollierten Studie und des offenen 1-Jahres-Follow up
T.
Bschor1, M. Adli1, D. Kunz1, A. Berghöfer1,
A. Stroehle2, B. Müller-Oerlinghausen1, M. Bauer1,3
1Psychiatrische
Klinik und Poliklinik der Freien Universität Berlin
2Max
Planck Institut für Psychiatrie, München
3Neuropsychiatric
Institute & Hospital, Department of Psychiatry, UCLA, Los Angeles
Einführung:
Die Wirksamkeit der Lithiumaugmentation (LA) in der antidepressiven Behandlung
bei Non-Response auf eine Monotherapie mit einem Antidepressivum (AD)
kann mittlerweile als gut gesichert angesehen werden. Unklar ist jedoch,
wie lange die Lithium (Li)-Medikation nach erfolgreicher LA fortgeführt
werden muss. Wir gingen dieser Frage erstmals in einer doppelblinden,
randomisierten, placebokontrollierten Studie mit monopolar depressiven
Patienten (nach DSM III-R) nach.
Methode:
29 monopolar-depressive Patienten, die im Rahmen eines systematischen
Therapiealgorithmus (Berliner Stufenplan) lithiumaugmentiert wurden und
hierauf respondierten, wurden 2-4 Wo. nach Remission für die folgenden
4 Monate randomisiert einer Fortführung der Li-Medikation (N=14) bzw.
einer Placebomedikation (N=15) zugeteilt. Das AD wurde bei allen Patienten
beibehalten. Nach der doppelblinden Studienphase wurde zunächst die Studienmedikation,
2 bis 4 Wochen später auch das AD ausgeschlichen. Alle bis dahin rezidivfreien
Pat. (N=22) wurden in einer offenen Studienphase weitere 6 Monate beobachtet.
Während beider Studienabschnitte wurden alle Pat. mindestens einmal monatlich
einbestellt und mit psychopathometrischen Skalen (u. a. HAM-D, CGI) untersucht.
Haupt-Outcome-Parameter war das (operationalisierte) Auftreten bzw. Ausbleiben
eines Rezidivs.
Ergebnisse:
Im 4-monatigen doppelblinden Studienzeitraum kam es zu 7 Rezidiven, zwei
davon manisch. Alle Rezidive ereigneten sich in der Placebogruppe (Fisher‘s
exact test: p=0,006). Nach Ausschleichen der Studienmedikation kam es
im offenen Nachbeobachtungszeitraum bei 7 weiteren der verbliebenen 22
Patienten zu Rezidiven (6 depressiv, 1 manisch). Hierunter waren nun jedoch
5 Patienten aus der (ehemaligen) Li-Gruppe (n. s.). Die Rezidive traten
26 bis 204 Tage nach Ende der Studienmedikation auf.
Schlussfolgerung:
Die Studie weist darauf hin, dass eine erfolgreiche Lithiumaugmentation
mindestens 1 Jahr fortgeführt werden sollte.
Cyclic
GMP phosphodiesterase inhibitor (s) as effective tools for the regulation
of nitric oxide signalling in aged brain.
Malgorzata
Chalimoniuk and Joanna Strosznajder
Department
of Cellular Signalling, Medical Research Centre, Polish Academy of Sciences,
Warsaw, Poland
Cyclic
GMP hydrolisis by cyclic nucleotide phosphodiesterases plays critical
role(s) in second messenger signal transduction. The type of phosphodiesterases
that bind cGMP and therefore have the potential for cellular signalling
are divided into three main classes. Type V cGMP phosphodiesterase (cGMP-PDE)
that binds cGMP at an allosteric site of the enzyme plays the most important
role in the brain. The most potent methylxanthine inhibitors like isobutyl
methylxanthine (IBMX) are also the most potent activators of cGMP binding,
however, this property is not related to „protection" of cGMP from
hydrolisis. The fact that type V phosphodiesterasees all bind cGMP at
a non-catalytic, allosteric site suggests that these enzymes also function
as „receptor" proteins for cGMP.
In
our studies on age related nitric oxide (NO) dependent signal transduction,
the Ca2+ regulated activity of NO synthase (NOS) and guanylate
cyclase activity (GC) and cGMP level in the absence and presence of IBMX
were evaluated in diffrent parts of adult and aged brain obtained from
4- and 27-month-old rats, respectively. It was observed that ageing significantly
altered NO and cGMP-signaling pathway in the brain. Our studies indicated
that the basal activities of NOS and GC in aged hippocampus and cerebellum
were significantly affected as the enhancement of enzyme affinity without
changes in Vmax and the enzyme protein content were noted.
However, more pronounced activation of cGMP-PDE than GC in the hippocampus
and cerebellum from aged animals is responsible for the observed lower
cGMP concentration in the aged brain comparing to that of adult rats.
In the presence of IBMX, the level of cGMP was significantly higher in
aged brain comparing to adult. NO is exclusively responsible for the regulation
of cGMP level in the hippocampus and brain cortex and partially for the
enhancement of cGMP concentraion in the cerebellum. The higher basal NOS
activity in aged brain may be subsequently involved in the alteration
of NMDA receptor protein. The significant decrease in NMDA receptor-evoked
enhancement of NOS activity was observed in aged brain.
Our
results suggest that the activation of cGMP phosphodiesterase and lower
cGMP concentration may be involved in the alteration of NOS phosphorylation
and may be responsible for the higher basal level of NO in aged brain.
In conclusion, these results indicated that the cGMP-PDE inhibitors might
protect aged brain aganist excessive production of NO. These compounds
may offer a new therapeutic strategies.
Effect
of 3-aminobenzamide on DNA-bound poly(ADP-ribose) polymerase activity
and neuronal death during reperfussion after transient forebrain ischemia
in gerbils.
G.A.
Czapski, R. Gadamski, R.P. Strosznajder. and J.B. Strosznajder
Department
of Cellular Signalling, Medical Research Centre, Polish Academy of Sciences,
Warsaw, Poland
An
excessive activation of DNA bound poly(ADP-ribose) polymerase (PARP) with
subsequent depletion of NAD and ATP has been suggested to play an important
role in the mechanisms leading to postischemic cell death. Our studies
indicated biphasic alteration of PARP activity during reperfussion after
5 min ischemia in gerbils exclusively in hippocampus with no significant
changes in brain cortex. Significant stimulation of PARP activity was
observed 15 min after ischemia in hippocampus, 2 hours after ischemia,
activity of PARP was noticeably decreased and after 4 days subsequently
increased. The inhibitor of PARP, 3-aminobenzamide (3-AB) in a dose of
30mg/kg b.w. injected intravenously protects neuronal cells against death
after short (3 min) ischemia. Transient forebrain ischemia (3min) caused
76 % of cell death. 3 –AB administered 10 min before or shortly after
ischemia resulted in survival of 58 and 64 % of neurons respectively as
compared to corresponding CA1 fields of ischemic hippocampus. The effect
of inhibitor significantly depends on dose and time of administration.
In vitro studies, using HPLC method, indicated that PARP inhibitors 3-aminobenzamide
and 1,5-dihydroxyisoquinoline have also antioxidant properties acting
as hydroxyl radical scavengers. These results indicated that inhibitors
of PARP applicated after ischemia provide a benefit in protection of neurons
against degeneration evoked by forebrain ischemia, and they may be useful
in treatment of postischemic encephalopathy.
Neuropathologische
Befunde im Nucleus reticularis thalami bei Schizophrenie
P.
Danos1, B. Baumann1, H.G. Bernstein1,
R. Stauch1, P. Falkai2, B. Bogerts1
1
Klinik für Psychiatrie, Universitätsklinik Magdeburg, Deutschland
2
Klinik für Psychiatrie, Universitätsklinik Bonn, Deutschland
Einleitung:
Neuropathologische und kernspintomographische Untersuchungen konnten Veränderungen
im Thalamus von Patienten mit einer Schizophrenie nachweisen. Welche Thalamuskerne
am stärksten von diesen Veränderungen betroffen sind, ist allerdings noch
nicht systematisch untersucht worden. Der Nucleus reticularis thalami
(RT), dessen inhibitorischen Efferenzen alle Thalamuskerne erreichen,
nimmt eine besonders wichtige funktionale Rolle innerhalb des Thalamus
ein und wurde histologisch bei schizophrenen Psychosen nicht untersucht.
Zielsetzung:
Ziel der vorliegenden post-mortem Studie ist die quantitative histologische
Untersuchung des Nucleus reticularis thalami (RT) bei schizophrenen Patienten
(52,9 ± 7,9 Jahre) im Vergleich zu alters- und geschlechtsangepassten
Kontrollen (52,9 ± 9,9 Jahre).
Methodik:
Die Dichten und die Flächen der Neurone bzw. Neuronenkerne wurden im linken
und rechten RT von Hirnen 14 schizophrener Patienten (7 männlich, 7 weiblich)
und von 13 Kontrollen (9 männlich, 4 weiblich) quantitativ mit einem Bildanalysesystem
ermittelt. Die ermittelten Daten wurden varianzanalytisch ausgewertet,
dabei wurde das Volumen der Hirne als Kovariate eingesetzt.
Ergebnisse:
Die Gesamthirnvolumina unterschieden sich nicht signifikant voneinander
in den beiden Gruppen. Es fanden sich keine signifikanten Unterschiede
zwischen der Neuronendichte in den RT schizophrener Patienten (rechts=3592
± 760/mm3; links=3358± 702) und der Neuronendichte
in den RT der Kontrollen (rechts=3500 ± 486/mm3 ; links=3358±
702). Weiterhin fanden sich keine signifikanten Unterschiede
zwischen den Flächen der Neuronenkerne in den RT schizophrener Patienten
(rechts=296 ± 46 m m2; links=251± 39 m m2)
und den Flächen der Neuronenkerne im RT der Kontrollen (rechts=290
± 28 m m2;
links=246±
22 m m2).
Zusammenfassung:
Die vorliegende neuropathologische Studie ergab keine signifikanten
pathologischen Befunde im Nucleus reticularis thalami bei schizophrenen
Psychosen.
Verordnungspraxis
von Psychopharmaka bei stationär psychiatrischen Patienten an der Nervenklinik
der Charité im Zeitraum 1986-1993
J.
Dautz, Med. Dissertation HU Berlin
Psychiatrische
Klinik der Medizinischen Fakultät Charité Berlin, Deutschland
Die
Anwendung psychotroper Arzneimittel wurde bei 1114 Patienten der insgesamt
3633 Aufnahmen retrospektiv untersucht. Es fand eine mit den Ergebnissen
der AMÜP-Studie vergleichende Auswertung statt.
Das
durchschnittliche Patientenalter betrug 39 Jahre. Männliche Erkrankte
hatten einen Anteil von 44,4 %. 23,3 % der Diagnosen entfielen auf schizophrene
Psychosen, 22,3 % auf Neurosen/psychosomatische Störungen, 19,2 % auf
affektive Psychosen, 8,6 % auf Abhängigkeitserkrankungen und 25,3 % auf
andere psychiatrische Beschwerdebilder. Die stationäre Aufenthaltsdauer
umfaßte im Median 36 Tage.
798
Patienten (71,6 %) wurden psychopharmakologisch behandelt. Bei einer Einnahmedauer
von 20,4 Tagen (Median) erhielten sie durchschnittlich 4,2 Verordnungen
pro Therapie. Von 3344 Anwendungen waren Neuroleptika mit 1215 Verabreichungen
(36,3 %) die größte Psychopharmakongruppe. Sie gelangten vor allem bei
schizophrenen, affektiven und schizoaffektiven Psychosen zum Einsatz.
Haloperidol war die meistverordnete Substanz (n=330).
Antidepressiva
standen mit 593 Verschreibungen (17,7 %) an zweiter Stelle. Amitriptylin
(n=196) wurde bevorzugt gegeben. Insbesondere affektive und schizoaffektive
Psychosen stellten Indikationsfelder dar. Die Gruppen Hypnotika/Sedativa
(10,7 %), Antiepileptika (10,0 %), Tranquilizer/Anxiolytika (9,7 %) und
Parkinsonmittel (9,0 %) hatten wesentlichen Bestandteil an der medikamentösen
Therapie.
Bei
der Mehrzahl der Präparate lag die mittlere Tagesdosis im unteren Bereich
der empfohlenen Tagesdosis. Im Vergleich zum kombinationstherapeutischen
Rahmen zeigten Einzelanwendungen eher niedrigere tägliche Dosismengen.
Wirkstoff-Dosis-Profile wiesen im Falle von Haloperidol, Amitriptylin
und Carbamazepin deutliche Differenzen in den verschiedenen Diagnosegruppen
auf. Diazepam, Biperiden und Nitrazepam waren durch krankheitsunspezifische
und über längere Einnahmeperioden konstante Dosierungen gekennzeichnet.
Kombinationsbehandlungen erfolgten bei 83,5 % der Psychopharmakatherapien.
Die
Einbeziehung von AMDP-Syndromen und eine prospektive Erhebungsweise können
methodische Fortschritte bedeuten.
Repetitive
transcranial magnetic stimulation: Reversal of morphine withdrawal-induced
reduction in dopamine secretion in the nucleus accumbens?
A.
Erhardt, I. Sillaber, T. Welt, N. Toschi, R. Spanagel, M.E. Keck
Max
Planck Institut für Psychiatrie, München
Drug
addiction represents an important social burden, worsened by a high relapse
risk after currently available therapies. The abstinence syndrome in drug-dependent
subjects is associated not only with vegetative and neurological alterations
but, more importantly, with subjective symptomatology including anxiety,
anhedonia, dysphoria, depression and drug craving. Recent studies in the
rat have shown that withdrawal from chronic drug abuse is associated with
a significant decrease in dopamine (DA) secretion in mesolimbic structures,
especially in the nucleus accumbens. Since the DA system is known to play
an important role in the rewarding process, a withdrawal-associated impairment
in mesolimbic, dopamine-mediated transmission could possibly implicate
reward deficit and therefore enhance vulnerability to drug craving and
relapse.
Using
in vivo microdialysis in the rat, we provide evidence for a modulatory
effect of repetitive transcranial magnetic stimulation (rTMS) on monoaminergic
neurotransmitter release in several areas of the rat brain. In particular,
a selective increase of dopamine concentration in the extracellular fluid
in response to rTMS was observed in the nucleus accumbens, striatum and
the dorsal hippocampus.
We
are currently investigating the possible use of (rTMS) as a tool in re-establishing
the suppressed DA secretion observed during withdrawal in the nucleus
accumbens of morphine-dependent male Sprague-Dawley rats: an rTMS-induced
activation of mesolimbic dopaminergic projections from the ventral tegmental
area and substantia nigra might be able to reinstate dopaminergic homeostasis
during drug withdawal. Accordingly, we suggest rTMS as a non-invasive
therapeutic tool which has the potential to treat the aversive symptoms
of withdrawal, like anhedonia and drug craving, through stimulation of
the dopaminergic system in the nucleus accumbens. The emphasis of the
study is therefore the validation of rTMS in an animal model as an aid
in treating psychiatric symptoms of drug withdrawal.
This
study was supported by "Kompetenznetz Depression & Suizidalität"
(subproject 4.5.; BMBF).
Ein
neues Modell zur Erfassung neuronaler Mechanismen der Impuls- und Verhaltenskontrolle
Fischer
C.J., Wendorff T, Fritzer G, Rupp Z, Tetzlaff S, Lemke MR
Klinik
für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Kiel
Hintergrund:
Störungen der Fähigkeit, auch unter emotionaler Belastung äußere Reize
in adäquate, situationsangepasste Handlungen umzusetzen (Impulskontrollstörungen),
treten als Kardinalsymptom bei vielen psychiatrischen Störungen wie emotional
instabilen oder antisozialen Persönlichkeitsstörungen, stoffgebundenen
Abhängigkeiten, Esstörungen oder affektiven Störungen auf. Der Prozess
der Verhaltenssteuerung besteht aus zwei Komponenten: Wahrnehmung eines
Stimulus und Ausführung einer Handlung.. Es wurde ein Paradigma entwickelt,
um mittels verschiedener neurophysiologischer Methoden die einzelnen Komponenten
dieses Prozesses bei experimenteller Modifikation der Stimulusbedingungen
kontinuierlich zu erfassen.
Methoden:
Gesunden Probanden wurden auf einem Computerbildschirm Bilder unterschiedlicher
emotionaler Valenz präsentiert (International Affective Picture System,
CSEA 1994). Die Probanden wurden instruiert, nach Betrachten eines Bildes
dieses auszublenden und ein neues aufzurufen. Hierzu mussten sie einen
ersten Schalter lösen und einen zweiten drücken, der in einem standardisierten
Abstand zum ersten platziert war. Der neurophysiologische Prozess der
Stimulusverarbeitung und Verhaltenssteuerung auf subkortikaler (reflektive
Motorik) und kortikaler (Willkürmotorik) Ebene wurde mittels EEG, Lidschlussreflex
(m. orbicularis oculi), EMG (m. biceps brachii) und kinematischer Analyse
(Infrarotdetektion) von Finger- und Handbewegungen unter standardisierten
Bedingungen analysiert und quantifiziert.
Ergebnisse:
In Abhängigkeit von der affektiven Valenz der Stimuli wurde bei negativ
bewerteten Bildern eine signifikant höhere Amplitude (neutral 48,86+3,28,
negativ 52,04+8,95) und kürzere Latenz (neutral 51.38+3,64
ms, negativ 48,92+4,48 ms) des Lidschlussreflexes und der EMG-Latenz
(neutral 4,75+1,22 s, negativ 5,26+1,93 s) gemessen. Darüber
hinaus ergab die Feinanalyse der Bewegung eine kürzere Latenz (neutral
4.86+1,56 sec, negativ 4.73+1.32sec) sowie erhöhte Geschwindigkeit
(Vmax neutral 0,45+0,13, negativ 0,46+0,13 m/s) und Beschleunigung
bei geringerer Präzision.
Diskussion:
Wir konnten erstmals anhand von physiologischen Parametern nachweisen,
daß neben perzeptiven auch exekutive Komponenten der Verhaltenskontrolle
durch affektive Stimuli moduliert werden . Neben Hinweisen auf die Pathophysiologie
ermöglicht das Paradigma die Evaluation des Einflusses psychopharmakologischer
und psychotherapeutischer Interventionen auf Impulskontrollstörungen.
Gestörte
frühe visuelle Verarbeitung bei Schizophrenie als Einzelkomponente des
CPT: erste Ergebnisse einer fMRT-Studie an gesunden Kontrollen
K.
Franke1, H.-P. Volz1, C. Gaser1,
S. Riehemann1, S. Smesny1, S. Stöwer1,
S. Köhler1, F. Häger1, C. Nisch2, N.
Bischoff2, E. Straube2, H. Sauer1
1
Klinik für Psychiatrie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland
2
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland
Der
„continuous performance test" (CPT) [1] ist in der Schizophrenieforschung
bereits mehrfach als Stimulusmaterial für die funktionelle Bildgebung
eingesetzt worden [2-4]. Allerdings prüft der komplexe CPT mehrere kognitive
Funktionen gleichzeitig. Aus einer kürzlich entwickelten Testbatterie
[5] zur systematischen Untersuchung dieser kognitiven Einzelkomponenten
des CPT wurde ein Paradigma zur frühen visuellen Verarbeitung mit funktioneller
MRT untersucht.
Die
fMRT Messungen an 9 gesunden, rechtshändigen Männern wurden in einem Siemens
Magnetom Vision Tomographen (1,5 Tesla) durchgeführt. Eine echo planar
imaging (EPI) Sequenz (TR=4,28 s, TE=60ms, =90°, voxel 3x3x3 mm3,
Matrix 64x64x40, 252 Messungen) wurde verwendet. Zwei Symbole (jeweils
zusammengesetzt aus bis zu 6 Linien) wurden sequentiell direkt aufeinanderfolgend
für kurze Zeit (100 bzw. 500 ms) visuell dargeboten. Die dabei verwendeten
Symbolpaare wurden aus einer von drei Kategorien gewählt: Buchstaben,
buchstabenähnliche und sinnfreie Anordnungen. Die Probanden hatten per
Tastendruck zu entscheiden, ob die Stimuli eines Paares identisch waren
oder nicht. Die fMRT-Auswertung der kognitiven Aktivierungen der drei
abgestuften Bedingungen gegen Ruhe bzw. untereinander erfolgte mittels
SPM99.
Verglichen
gegen Ruhe, zeigten alle drei aktiven Bedingungen deutliche kortikale
Aktivierungen, v.a. okzipital, superior parietal, inferior temporal und
frontal (dorsolateral und medial). Differentielle Aktivierungsunterschiede
fanden sich hauptsächlich durch höhere Aktivität während der Kategorie
„Buchstaben", z.B. im inferotemporalen Cortex, aber auch im anterioren
bzw. posterioren Cingulum. Präfrontale Aktivierungen, die mit unterschiedlichen
top-down Mechanismen für die jeweilige Kategorie assoziiert sein könnten,
fanden sich in unterschiedlichen dorsolateralen und medialen Anteilen.
Präfrontale Modulation (parieto)okzipitaler Akivierungen stellt daher
einen möglichen Mechanismus bei der Störung früher visueller Verarbeitung
dar.
[1]
Rosvold et al. (1956) J Consult Clin Psychol 20, 343-350.
[2]
Buchsbaum et al. (1990) Br J Psychiatry 156, 216-227.
[3]
Häger et al. (1998) Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 248, 161-170.
[4]
Volz et al. (1999) Eur Psychiatry 14, 17-24.
[5]
Bischoff et al. (2000) Schizophr Res 41, 287.
The
profile of pro- inflammatory (TNFa ) and anti-inflammatory (IL-10) cytokine
gene expression in peripheral blood cells following the ischemic stroke.
Gażyna
Gromadzka, Anna Członkowska
Medical
University, Warsaw, Poland
Stroke
is characterized by brain tissue damage associated with altered systemic
immune responses both early after the onset and in the recovery phase
of the disease. The inflammatory process observed in stroke is thought
to be aggravated by locally produced pro-inflammatory cytokines, such
as TNF-a , IL-1b and IL-6. Cytokines and adhesion molecules could play
a pivotal role in leukocyte activation and migration from peripheral blood
to the ischemic brain area, attracting mainly lymphocytes and monocytes.
Resident brain cells and the invading activated monocytes may participate
in the production of IL-10. Cytokines in stroke patients have been extensively
studied during recent years. Detection of free levels of cytokines in
body fluids may be hampered by the short half-life of cytokines and their
immediated capturing by high affinity cytokine receptors present on neighboring
cells. Using ELISA to measure serum levels of cytokines makes it impossible
to distinguish whether the cytokine has been produced by blood MNC or
by endothelial cells. The aim of this study was to evaluate the kinetics
of TNF-a and IL-10 gene expression in peripheral blood cells in ischemic
stroke. By the method of semiquantitative RT-PCR with the use of plasmid
as a competitor and GAPDH as a house-keeping gene we investigated TNFa
and IL-10 mRNA levels in peripheral blood of 38 stroke patients. The IL-10
mRNA level was highly increased at the first 24h after stroke onset, with
the second peak at the 2rd day. The level of TNFa mRNA was
reversely correlated to IL-10 mRNA levels: it was slightly elevated at
the first 24 hours after stroke, reached the highest peak at 3th
day (when IL-10 mRNA level decreased), next it was down-regulated to the
lowest level at day 4th and reached the second peak (much lower
than the first noticed) at 7 day after stroke (connected with the decrease
of IL-10 mRNA level). Our results confirm the presence of negative feedback
between production of TNFa and IL-10. Observed high level of IL-10 mRNA
at the first days after stroke suggest the influence of corticosteroids
released in large amounts in the first days after ischemic stroke. The
highest level of TNF mRNA level at 3rd day after stroke suggest
the development of inflammatory reaction following stroke incidence. The
second TNFa mRNA peak (at 7th day after stroke) could reflect
the beneficient role of TNFa in healing and regenration in the injuried
CNS - as an inductor of nerve growth factor secretion which in vito experiments
reached a peak at 7 days after spinal cord injury when an optimal TNFa
concentration was present. How cytokines are involved in the regulation
of immune responses in acute cerebrovascular disease is not completely
understood Our study could help in understanding a mechanism of a well-orchestrated
acute phase response following brain infarction which is downregulated
by switching the cytokine balance towards the production of anti-inflammatory
cytokines over the clinical course of the disease.
Ein
evolutionsgeschichtlich orientiertes neuroanatomisches Modell menschlicher
Arbeitsgedächtnisfunktionen und seine Implikationen für die biologisch-psychiatrische
Forschung
O.
Gruber
Max-Planck-Institut
für neuropsychologische Forschung, Leipzig
Die
biologisch-psychiatrische Forschung strebt an, gestörtes Verhalten und
psychopathologische Symptome durch Störungen neuronaler Funktionssysteme
zu erklären. Vor allem die Schizophrenien, aber auch depressive und Zwangsstörungen
werden mit Dysfunktionen des präfrontalen Kortex in Verbindung gebracht.
Der präfrontale Kortex läßt sich in eine Anzahl von Subregionen gliedern,
denen verschiedene kognitive und affektive Funktionen zugeschrieben werden
(1). Hierzu gehört insbesondere das Arbeitsgedächtnis, das bei einer Vielzahl
psychiatrischer Patienten leistungsgemindert ist. Die Erforschung der
neuronalen Implementierung von Arbeitsgedächtnisfunktionen im Gesunden
könnte zu einem besseren Verständnis präfrontaler Hirnfunktionsstörungen
führen, wie sie sich in verschiedenen psychopathologischen Symptomen äußern,
und eine differenziertere Diagnostik und Therapie ermöglichen. In diesem
Beitrag wird eine Reihe von Studien vorgestellt, die mittels einer kombinierten
Anwendung von Verfahren aus der Experimentalpsychologie, der Neuropsychologie
sowie der funktionellen Bildgebung des Gehirns eine Reevaluation gegenwärtiger
funktionell-neuroanatomischer Modelle zum menschlichen Arbeitsgedächtnis
vornehmen. Die Ergebnisse dieser Studien zeigen, daß die phonologische
Schleife nicht das einzige neuronale System ist, mit dem phonologische
Information im Kurzzeitgedächtnis gehalten werden kann, und stehen somit
im Widerspruch zum etablierten Arbeitsgedächtnismodell von Baddeley (2,3).
Folglich wird eine Modifikation dieses Modells mit Betonung einer evolutionsgeschichtlichen
Sonderrolle der phonologischen Schleife vorgeschlagen, die als ein beim
Menschen prädominanter Kurzzeitgedächtnismechanismus angesehen werden
kann, der mit einem phylogenetisch älteren, modalitätsspezifischen Arbeitsgedächtnissystem
interagiert. Dieses evolutionsgeschichtlich orientierte funktionell-neuroanatomische
Modell (2) bildet eine Synthese aus den konkurrierenden Arbeitsgedächtnismodellen
von Baddeley und Goldman-Rakic (4) und stellt eine potentiell wichtige
Basis für die weitere Untersuchung der neurobiologischen Grundlagen verschiedener
psychiatrischer Erkrankungen dar.
- Müller, U. &
Gruber, O. Psycho 25 (1999) 489-495;
- 2. Gruber, O. NeuroImage
11(5) (2000) S407;
- 3. Baddeley, A.
Science 255 (1992) 556-559;
- 4. Goldman-Rakic,
P.S. Philos. Trans. R. Soc. Lond. B 351 (1996) 1445-1453.
Geschlechtsspezifische
Unterschiede der zerebralen Aktivierung
F.
Häger, H.-P. Volz, H. Sauer
Klinik
für Psychiatrie, Friedrich-Schiller Universität Jena, Deutschland
Die
wissenschaftlichen Literatur beschäftigt sich zunehmend mit Geschlechtsdifferenzen
in Epidemiologie, Genetik, Pathophysiologie und nicht zuletzt auch Therapien
von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.
Auch
im Rahmen der Untersuchung schizophrener Patienten konnten geschlechtspezifische
Unterschiede bezüglich neuroanatomischer und neurofunktioneller Merkmale
nachgewiesen werden.
Mittels
funktioneller MRT untersuchten wir 33 Gesunde (20 Männer/13 Frauen) und
20 schizophrene Patienten (13/7) während eines Aufmerksamkeits-Tests (WCST).
Zwischen
gesunden Männern und Frauen ließen sich – ähnlich wie in anderen funktionellen
Untersuchungen (1,2) – geschlechtsspezifische Unterschiede nachweisen.
Die
beobachteten Aktivierungsunterschiede zwischen Männern und Frauen folgten
bei Gesunden und Schizophrenen jedoch unterschiedlichen Mustern. Während
die männlichen Schizophrenen zwar insgesamt geringere Aktivierung und
Deaktivierungen, diese aber in vergleichbaren Regionen wie ihre männlichen
Kontrollen zeigten, unterschieden sich weibliche Schizophrene von Gesunden
sowohl bezüglich der Stärke als auch der Lokalisation der Aktivierungsunterschiede.
Die
durch Psychopharmaka beeinflußbaren Transmittersysteme sind im Gehirn
nicht homogen verteilt. Daher können die beobachteten lokalen Aktivierungsunterschiede
neben den bekannten hormonellen Unterschieden eine weitere Erklärungsmöglichkeit
für geschlechtsspezifische Wirkprofile neuroleptischer Substanzen darstellen.
Zukünftige
Studien zur Wirkungsweise und Verträglichkeit von Psychopharmaka sollten
daher möglicherweise auch auf geschlechtsspezifische Unterschiede achten.
Shaywitz,
BA et al. Natu
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