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AGNP-Workshop 8. Oktober 1999, 9:00 10:30 Uhr 20 Jahre Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMÜP AMSP)
Prof. Dr. M. Schmauß Redner: Prof. Dr. R. Engel:
Methoden der Arzneimittelüberwachung Dr. R. Grohmann:
Ergebnisse der Arzneimittelüberwachung Prof. Dr. M. Schmauß
Konsequenzen für die Qualitätssicherung in der Prof. Dr. E. Rüther
Rationale einer Arzneimittelüberwachung
Prof. Dr. H. Helmchen, Psychiatrische Klinik der FU Berlin, Eschenallee 3, 14050 Berlin Dr. W. Fink, BfArM, Seestraße 10, 13353 Berlin Prof. Dr. B. Müller-Oerlinghausen, Arzneimittelkommission, Psychiatrische Klinik der FU Berlin Eschenallee 3, 14050 Berlin Prof. Dr. K. Überla, IBE LMU München, Marchioninistr. 15, 81377 München Dr. Wroblewski, Bayer-Vital GmbH, Ber.Pharma Medizin-Arzneimittelsicherheit, Geb. D 162, 51368 Leverkusen
8. Oktober 1999, 9.00 10.30 Uhr 20 Jahre Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMÜP-AMSP) 1979 wurde von der AGNP die Arbeitsgruppe AMÜP (Arzneimittelüberwachung in der Psychiatrie) ins Leben gerufen, die 10 Jahre lang an den Psychiatrischen Kliniken der Universitäten Berlin, Göttingen und München unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) von Psychopharmaka erfaßte. Das Projekt wurde als Model eines Arzneimittelsicherheits-systems unter den Bedingungen des klinischen Alltags durchgehend vom damaligen Bundes-gesundheitsamt gefördert. Nach Abschluß der AMÜP-Studie, deren Methodik und Ergebnisse umfassend publiziert wurden, erschien eine kontinuierliche Fortführung der UAW-Erfassung im klinischen Alltag in einem Folgeprojekt angesichts der ständigen Weiterentwicklungen in der Psychopharmakologie geboten. Auf Initiative der Psychiatrischen Universitätskliniken Göttingen und München wurde deshalb ab 1990 das AMSP-Projekt (Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie) begonnen, das weiterhin im klinischen Alltag UAW von Psychopharmaka erfaßt. Dabei ist die Datenerfas-sung bei viel begrenzterer finanzieller Unterstützung durch die forschenden Psychopharmaka- Hersteller auf das klinisch Wesentliche konzentriert, nämlich die nach einer projektinternen Definition als "klinisch schwer" beurteilten sowie alle "neuen" oder "ungewöhnlichen" UAW. Diese werden auf zentralen Fallkonferenzen mit Vertretern aller beteiligten Kliniken und Firmen sowie von BfArm und Arzneimittelkommission abschließend bewertet. Aufgrund des starken Interesses nehmen derzeit bereits 33 Kliniken in Deutschland und der Schweiz mit etwa 25.000 überwachten Patienten pro Jahr an AMSP teil; ab 2000 wird auch eine österreichische Landesgruppe hinzukommen. Mit seiner Methodik und Konzeption eines länderübergreifenden Arzneimittelsicherheits-systems stellt AMSP auf dem Teilgebiet der Psychopharmakologie das Modell eines nationalen und europaweiten Pharmakovigilanzsystems dar, das über dieses Teilgebiet hinaus auch für die gesamte Medizin als beispielhaft gelten kann. Der Beitrag von AMSP zur Arzneimittelsicherheit läßt sich folgendermaßen charakterisieren:
im Unterschied zu klinischen Studien werden im Alltag Patienten aller Altersgruppen und Patienten mit Begleiterkrankungen behandelt; vielfältige Kombinationsbehandlungen sind im Alltag häufig. Darüber hinaus lassen sich seltenere UAW nur bei Überwachung größerer Patientenkollektive, wie dies im unseren Multicenterprojekt geschieht, erkennen. Es zeigt sich gerade jetzt, da zahlreiche neu Psychopharmaka auf den Markt gekommen sind, daß sich mit AMSP aufgrund der großen Fallzahlen sehr rasch die spezifischen UAW-Profile der neuen Substanzen abbilden und damit vergleichende Risikobeur-teilungen möglich sind.
In dem Workshop werden die Methoden und ersten Ergebnisse von AMSP, so z. B. Anwendungshäufigkeit der wichtigsten Psychopharmaka, UAW-Raten, UAW-Profile insbesondere der neueren Substanzen im Vergleich zu den älteren, kurz dargestellt. Anschließend werden von den weiteren Rednern und Diskutanten die Möglichkeiten und Grenzen des AMSP-Konzeptes aus der Sicht der beteiligten Kliniken, der Arzneimittel-kommission der deutschen Ärzteschaft, des BfArM, der Pharmazeutischen Industrie sowie der Epidemiologie speziell auch im Hinblick auf mögliche Weiterentwicklungen diskutiert. |