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AGNP-Preis für Forschung in der Psychopharmakologie

gespendet von
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Preisträger 2007 des AGNP-Preises für Forschung in der Psychopharmakologie, gestiftet von der Lilly Deutschland GmbH



Dr. Dr. Manfred Uhr
Leiter der Arbeitsgruppe Pharmakokinetik und Liquoranalyse
Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2 -10
80804 München
Germany

Tel.: +49-(0)89-30622-651
Fax: +49-89-7095-2715
e-Mail: uhr@mpipsykl.mpg.de
Dr. Dr. Manfred Uhr


Einfluss von Transportproteinen an der Blut-Hirn-Schranke auf die Wirksamkeit von zentral wirkenden Medikamenten

Die Blut-Hirn-Schrankenfunktion ist ein wichtiger Faktor, der die Aufnahme sehr unter-schiedlicher Substanzen ins Gehirn beeinflusst. Sie setzt sich aus den strukturellen Gegeben-heiten der Endothelzellen (tight junction etc.), die eine passive Diffusion von lipophilen Sub-stanzen mit niedrigem Molekulargewicht bevorzugen und Transportproteinen, die die Hirn-konzentrationen ihrer Substrate beeinflussen, zusammen. Eines der am besten untersuchten aktiven Transportproteine ist das P-Glykoprotein (P-gp), das Genprodukt des ABCB1-Gens, früher auch Multidrug-Resistance-Gen (MDR1) genannt. Dieses 170 kgD große trans-membranäre Protein transportiert unter Verbrauch von ATP seine Substrate gegen einen Konzentrationsgradienten aus der Zelle. An der Blut-Hirn-Schranke (BHS) wird es auf der apikalen Seite der Endothelzellen der kleinen Hirnkapillaren exprimiert und bewirkt, dass seine Substrate zurück ins Blut transportiert werden, und somit die Hirnkonzentrationen nied-rig bleiben.
Im Tiermodell mit mdr1ab(-/-) knockout-Mäusen und Kontrollmäusen konnten wir zeigen, dass zahlreiche, häufig verwendete zentral wirksame Medikamente Substrate des P-Glykoproteins an der BHS sind und dass die Hirnkonzentration durch die Funktion des P-gp deutlich beeinflusst wird. Einige Antidepressiva wie z.B. Amitriptylin, Nortriptylin, Venlafa-xin, Paroxetin und Citalopram sind deutliche Substrate des P-gp an der BHS und es fanden sich vielfach höhere Medikamentenhirnkonzentrationen in den Mutanten, die keine P-gp-Funktion hatten und somit die jeweiligen Medikamente an der Blut-Hirn-Schranke nicht wie-der ins Blut zurück transportieren konnten. Aber auch andere zentral wirksame Medikamente wie Anti-Parkinsonmittel, Neuroleptika und Antidementiva stellten sich als gute Substrate des P-gps heraus. Es zeigte sich, dass jedoch eine hohe Variabilität bezüglich der P-gp-Transporteigenschaften zwischen den Medikamenten besteht und dass eine Vorhersage allein aufgrund der Strukturformeln nicht möglich ist.
Insbesondere für Medikamente, deren Therapieerfolg nicht unmittelbar am Patienten darstell-bar ist, wie dies bei Antidepressiva, Antidementiva, Antiepileptika usw. der Fall ist, könnte eine individuell unterschiedliche Funktion des P-gp große Schwierigkeiten bei der Medika-mentenfindung und Dosierung hervorrufen.

Die Funktion des P-gp selbst wird durch exogene Substanzen wie Co-Medikation, Ernäh-rungsbedingungen usw. und durch endogene Faktoren beeinflusst. Zahlreiche Stoffe sind be-kannt, die als Inhibitoren oder Enhancer auf die P-gp-Funktion wirken können. Daneben sind zahlreiche individuelle genetische Unterschiede im ABCB1-Gen bekannt.
Um den genetischen Einfluss des ABCB1-Gens auf die Bedeutung für die klinische Wirk-samkeit von Antidepressiva zu untersuchen, haben wir eine humane SNP-Assoziationsstudie durchgeführt. Dazu wurden Patienten mit depressiver Symptomatik untersucht und deren kli-nischer Verlauf zur genetischen Variabilität im ABCB1 Gen in Beziehung gesetzt. Für die Patienten, die ausreichend lange Medikamente eingenommen haben, die sich auch als Sub-strate des P-gp im Tiermodelle herausgestellt hatten und bei denen man eine Interaktion zum P-gp vermuten könnte, zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Genotyp des Patienten und der Remission. Kein Einfluss der genetischen Variabilität zeigte sich hingegen für Patienten, die Medikamente eingenommen haben, die auch keine Interaktion zum P-gp im Tierexperiment zeigten. Die Kenntnis des entsprechenden Genotyps eines Patienten sollte somit zu unterschiedlichen Therapiestrategien führen. Bekommt ein Patient bereits ein Medi-kament, das Substrat des P-gp ist, so sollte die Dosierung angepasst werden. Möglicherweise gibt es genotypenabhängige Dosierungsbereiche. Bei ungünstigem Genotyp könnte auf Medi-kamente zurückgegriffen werden, die nicht durch P-gp transportiert werden.
Neben der Wirksamkeit der Medikamente muss auch an zentrale Nebenwirkungen gedacht werden. Dies gilt sowohl für zentral wie peripher wirksame Medikamente. Patienten mit ei-nem Genotyp, der eine eingeschränkte P-gp-Funktion bewirkt, könnten leichter an zentralen Nebenwirkungen leiden.


Ausschreibung 2007


Wohl kaum eine andere Arzneimittelgruppe hat durch ihre Einführung so immense therapeutische Möglichkeiten eröffnet wie die Psychopharmaka. In den über 50 Jahren seit ihrer Entdeckung haben sie vielen psychisch Kranken entscheidend geholfen und dafür gesorgt, dass seelische Krankheiten auch durch Nicht-Nervenärzte (Allgemeinärzte) behandelt werden können. Heute sind die Psychopharmaka aus der Therapie psychischer Erkrankungen nicht mehr wegzudenken.

Die Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) schreibt einen

"AGNP-Preis für Forschung in der Psychopharmakologie"
in Höhe von 10.000,- EUR aus.

Dieser Preis wird von der Lilly Deutschland GmbH, einem Tochterunternehmen des führenden forschenden pharmazeutischen Unternehmens Eli Lilly & Co., Indianapolis, gestiftet. Lilly Deutschland möchte Forschungsbemühungen zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten seelischer Krankheiten, die seit der Entwicklung psychotroper Substanzen entscheidend erweitert wurden, wissenschaftlich mitbegleiten.

Der seit 1991 etablierte und 2007 zum 9. Mal ausgeschriebene Preis, wird alle zwei Jahre an einen Wissenschaftler oder ein Team von einem Expertengremium auf dem AGNP-Symposium verliehen.

Der Preis soll herausragende Forschungsarbeiten auf allen Gebieten (Grundlagenforschung, tierexperimentelle Studien, klinische Forschung, etc.) anerkennen und die weitere wissenschaftliche Arbeit des(r) Preisträger(s) in seinem (ihrem) Institut oder auch alle Arbeiten in einem anderen Institut im In- und Ausland durch finanzielle Unterstützung ermöglichen.

Die Forschungsarbeiten sollten eine Antwort auf eine neue wichtige Fragestellung zum Verständnis oder zur Behandlung psychischer Krankheiten des Menschen liefern.

Es ist nicht notwendig, dass die wissenschaftliche Arbeit zum Zeitpunkt des Einreichens vollständig abgeschlossen ist. Es muss jedoch ein Ergebnis vorgelegt werden, welches erkennen lässt, dass auf diesem Gebiet weiter geforscht wird und eine Skizzierung der nächsten Forschungsschritte beinhalten.

Zum Zeitpunkt des Einreichens dürfen die Arbeitsergebnisse noch nicht publiziert sein, können aber parallel dazu bereits bei einem Verlag eingereicht werden.

I. AUSSCHREIBUNGSBEDINGUNGEN

Artikel 1: ART UND ZIEL DES PREISES

Der "AGNP-Preis für Forschung in der Psychopharmakologie" wird alle zwei Jahre für eine herausragende neue Arbeit auf dem Gebiet der Behandlung seelischer Krankheiten an einen Wissenschaftler oder ein Team verliehen. Ziel des AGNP-Preises ist es, die wissenschaftliche Arbeit des(r) Preisträger(s) weiterhin im In- und Ausland zu unterstützen. Der oder die Preisträger kann (können) seine (ihre) Arbeiten mit Hilfe eines anerkannten Forschungsinstitutes seiner (ihrer) Wahl des In- oder Auslandes vorantreiben. Der Preis ist jedoch nur im Rahmen des Forschungsvorhabens zu verwenden. Hierfür muss der Nachweis erbracht werden.

Artikel 2: BEWERBUNGSVERFAHREN

Die Ausschreibung des AGNP-Preises wird in der "Pharmacopsychiatry" des Thieme Verlages veröffentlicht.

Prämiert werden eine oder mehrere wissenschaftliche Originalarbeiten, die noch unveröffentlicht sind oder parallel zur Bewerbung bei einem Verlag eingereicht wurde(n). Tierexperimentelle Arbeiten können ebenfalls berücksichtigt werden, sofern sie zur Klärung relevanter Fragestellungen im Rahmen seelischer Krankheiten dienen.

Der Bewerber muss ausführliche Angaben über das Ziel, die Untersuchungsmethoden (auch Vorarbeiten), die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen aus den eingereichten Forschungsarbeiten machen.

Des Weiteren sind eine Skizzierung der Fortsetzung des Forschungsvorhabens mit Spezifizierung des Themas, des gegenwärtigen Erkenntnisstandes und eigener Vorarbeiten auf dem beabsichtigten Forschungsgebiet sowie Aufgabenstellung, Ziel, Arbeitsprogramm und Untersuchungsmethoden aufzuzeigen und gegebenenfalls Angaben vorzulegen, welche Zuwendungen von anderer Seite zur Verfügung stehen.

Artikel 3: VERGABE DES PREISES

Über die Vergabe des Preises entscheidet das Preiskuratorium der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP).

Für Entscheidungen des Preiskomitees ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Sollte das Forschungsvorhaben noch nicht beendet sein, verpflichtet die Annahme des Preises den/die Gewinner, seine (ihre) ganze wissenschaftliche Arbeitskraft der Beendigung des Forschungsvorhabens zu widmen und dem zuständigen Preiskomitee über den Abschluss der Arbeiten zu berichten.

Nach Abschluss der Forschungsarbeit berichtet(n) der (die) mit dem von Lilly Deutschland gestifteten Preis Ausgezeichnete(n) in einer Vortragsveranstaltung im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Tagung der AGNP über seine (ihre) Forschungsergebnisse.

Bei Publikationen muss vermerkt werden, dass die erarbeiteten Ergebnisse durch den "AGNP-Preis für Forschung in der Psychopharmakologie, gestiftet von Lilly Deutschland", unterstützt wurden.

Über die Preisvergabe und die zugrunde liegenden Forschungsarbeiten und Forschungsvorhaben wird jeweils anlässlich der alle zwei Jahre stattfindenden Tagung der AGNP berichtet.

II. RICHTLINIEN ÜBER DIE BEWERBUNG

1. Der Bewerber soll hinreichende Erfahrung auf dem Gebiet der Pathogenese, Diagnostik und Therapie seelischer Erkrankungen haben und somit die Gewähr bieten, ein Forschungsvorhaben durchführen zu können.

2. Bewerbungen um den AGNP-Preis sollten folgende Angaben enthalten:
  1. Lebenslauf
  2. Schriftenverzeichnis
  3. Preisarbeit (einschl. tierexperimentelle Untersuchungen)
  4. Angaben über Fortsetzung des Forschungsvorhabens mit Spezifizierung des Themas, des gegenwärtigen Erkenntnisstandes sowie Aufgabenstellung, Ziel, Arbeitsprogramm und Untersuchungsmethoden.

Die Bewerbungen müssen in siebenfacher Ausfertigung bis zum 15. Juli des Jahres, in dem ein AGNP-Symposium stattfindet, beim Geschäftsführer der AGNP eingegangen sein.

3. Die Auszahlung des Preises wird durch das Preissekretariat bei der Firma Lilly Deutschland in Bad Homburg betreut.

III. PREISRICHTERGREMIUM

Das Expertengremium, das über die Vergabe des "AGNP-Preises für Forschung in der Psychopharmakologie" anhand der eingegangenen Bewerbungen entscheidet, setzt sich zusammen aus:

  1. dem amtierenden Vorsitzenden der AGNP
  2. den jeweils letzten zwei 1. Vorsitzenden der AGNP
  3. zwei stimmberechtigten Mitglieder der AGNP
  4. einem nicht-stimmberechtigten Mitglied der Firma Lilly Deutschland GmbH.

Bewerbungen werden an den Geschäftsführer der AGNP bis zum 15. Juli 2007 erbeten:

Prof. Dr. Axel Steiger
Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München
Tel.: 089 / 306 22 236, Fax: 089 / 306 22 552
E-mail: steiger@agnp.de

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Preis "Das beste Poster"

Auch in diesem Jahr wird der Preis "Das beste Poster" verliehen. Der Preis wird von der AGNP gestiftet (1. Preis 500,- €, 2. Preis 300,- €, 3. Preis 200,- €). Es werden die von den Kongressteilnehmern ausgewählten drei besten Poster prämiert. Jeder Kongressteilnehmer hat eine Stimme, zur Stimmabgabe verwenden Sie bitte den bei der Registrierung ausgehändigten Wahlzettel.

POSTERPREISTRÄGER 2007


1. Platz

Helena Carolina Kronsbein

Comparison of gene expression patterns in murine blood and brain after chronic paroxetine treatment
Kronsbein HC1, Weber P1, Refojo D1, Wurst W2, Holsboer F1, Deussing JM1
1Munich,2Neuherberg


2. Platz

Astrid Hader

Therapeutic Drug Monitoring in Psychiatry - Genotyping amends clinical pharmacological comments
Hader A1, Kirchheiner J2, Jahner T1, Haen E1
1Regensburg,2Ulm


3. Platz

Yasmin Nazirizadeh

Therapeutic drug monitoring and objective symptom rating for optimization of antipsychotic drug therapy
Nazirizadeh Y, Hiemke C, Vogel F, Dragicevic A
Mainz

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Reisepreis

Die AGNP vergibt an zehn jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Reisepreis zur Teilnahme beim 25. AGNP-Symposium. Den Gewinnern wird die Teilnahmegebühr erlassen. Sie erhalten zudem einen Reisekostenzuschuß in Höhe von bis zu 300,-- EUR. Dazu ist das Einreichen der Originalbelege erforderlich. Die Bewerbung ist bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres möglich. Die Auswahl erfolgt durch das Programmkomitee aufgrund der Qualität der eingereichten Abstracts. Bewerber werden gebeten, zusätzlich zur Einreichung Ihres Abstracts über das Einreichungstool den Abstract und einen kurzen Lebenslauf an den Geschäftsführer der AGNP, Prof. Dr. Axel Steiger über die email-Adresse steiger@agnp.de zu schicken. Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2007. Die Bewerbungfrist wurde bis zum 22.6.2007 verlängert.


REISEPREISTRÄGER 2007

Falko Biedermann
Innsbruck

Udo Dannlowski
Münster

Just Genius
München

Regina Hanstein
Mainz

Jochen Mutschler
Mannheim

Andres Neuhaus
Berlin

Michael Schönenberg
Tübingen

Christian G. Widschwendter
Innsbruck

Christine Winter
Berlin

Florian Daniel Zepf
Frankfurt a. M.

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